Website-Texte selber schreiben: So klappt es auch zwischen Familienalltag und Kundencall

Vogelperspektive: Laptop, Notitzbuch in das ich mit einem Stift schreibe und eine Tasse Kaffe.

Der Laptop steht auf dem Küchentisch, die Kinder schlafen endlich und der Cursor blinkt seit 10 Minuten auf einer leeren Seite.

Kommt dir das bekannt vor? Dabei weißt du genau, was dein Business kann. Nur fallen dir die richtigen Worte einfach nicht ein, um potenzielle Kund:innen von deinem Angebot zu überzeugen.

10 Sekunden, maximal 20 Sekunden. Im besten Fall hast du 30 Sekunden dafür. Das ist nicht gerade viel Zeit und dennoch soll in dieser kurzen Zeit rüberkommen, wer du bist, was du machst und warum du die richtige Person dafür bist.

Gerade, wenn du nebenbei noch Kinder großziehst, hast du einfach keine Zeit, jeden Tag auf Instagram um Sichtbarkeit zu kämpfen. Und wenn du eine eher introvertierte Person bist, wie ich, hast du wahrscheinlich auch nicht wirklich Lust, jeden Tag in die Kamera zu sprechen.

Genau deswegen sind Website-Texte so unglaublich wichtig und sollten nicht unterschätzt werden. Denn eine gute Website arbeitet für dich. Auch, wenn du gerade mit Fieberthermometer und Kinderarzttermin beschäftigt bist.

Ich zeige dir in diesem Artikel, wie du deine eigenen Website-Texte selber schreiben kannst. Auch ohne Marketing-Studium, Texter-Expertise und mit wenig Zeit.

Also, let´s go…

Was ist hier eigentlich der Unterschied? Diese Begriffe werden oft durcheinandergeworfen und synonym verwendet. Dabei gibt es kleine, aber feine und sehr wichtige Unterschiede zwischen ihnen.

Website

Die Website ist quasi der Überbegriff und beschreibt den kompletten Internetauftritt unter einer gemeinsamen Domain. Eine Website kann also mehrere Webseiten, auch Unterseiten genannt, haben.

Bei mir ist das zum Beispiel: karen-bloemer.de

Webseite

Eine Webseite ist eine einzelne Seite auf deiner Website, zum Beispiel die Über-Mich-Seite, die Kontaktseite oder die Angebotsseite. Diese einzelnen Seiten sind über die Menüführung aufrufbar und verfügen jeweils über eine eigene URL.

Zum Beispiel: https://karen-bloemer.de/ueber-mich/

Homepage

Die Homepage ist die Startseite deiner Website. Also die Seite, auf der die Besucher:innen in den meisten Fällen landen, wenn sie deinen Namen eingeben. Sie ist der erste Eindruck und muss deinen Besucher:innen direkt zeigen, was sie bei dir finden und ob sie bei dir richtig sind.

Bei mir ist das: https://karen-bloemer.de/

Bei deiner Website geht es nicht nur um persönlichen Geschmack. Natürlich soll sie dich repräsentieren und du musst dich damit wohlfühlen. Aber wenn sie für dich arbeiten soll, während du auf dem Spielplatz stehst oder gerade mit deinem Kind beim Kinderatzt sitzt, muss sie auch funktionieren. Ein paar Zahlen, die dafür eine Rolle spielen:

  • Wie gut deine Seiten bei Google gefunden werden
  • Wie viele Menschen draufklicken, wenn sie deine Seite in der Google-Suche sehen (CTR – Click-through-Rate)
  • Wie lange sie bleiben, statt sofort wieder wegzuklicken
  • Wie viel Traffic überhaupt ankommt
  • Wie viele daraus am Ende Kundin oder Kunde werden (Conversion)

Bevor du voller Tatendrang loslegst und deine eigenen Website-Texte schreibst, sei dir bewusst, dass gute Website-Texte dafür sorgen, dass du gefunden wirst und dass Menschen verstehen, was du anbietest. Klingt logisch, wird aber oft übersprungen.

Es bringt dir nichts, wild draufloszuschreiben, um dann frustriert zu sein, weil dich niemand findet oder die Anfragen ausbleiben, weil dein Angebot nicht auf Anhieb verstanden wird.

1. Jede Seite hat ihren eigenen Job

Nicht jede deiner Unterseiten hat denselben Aufbau.

Deine Startseite zum Beispiel gibt einen ersten Überblick darüber, wer du bist, was du anbietest und warum du die richtige Person dafür bist. Hier entscheiden Besucher:innen innerhalb der ersten 30 Sekunden, ob sie bleiben und dir vertrauen oder nicht und wieder wegklicken.

Auf deiner Angebotsseite beschreibst du dein Angebot im Detail. So genau, dass am Ende klar ist, was jemand bei dir bekommt.

Deine Über-Mich-Seite wird etwas persönlicher. Trotzdem muss auch hier herauskommen, warum du die richtige Person bist und was dich von anderen in deiner Branche unterscheidet.

2. Kenne deine Zielgruppe

Um gute Website-Texte zu schreiben, musst du wissen, wer sie liest. Wer landet auf deiner Seite? Welches Problem hat diese Person gerade und wie hilfst du, es zu lösen.

Das klingt im ersten Moment einfach, ist aber eine der schwierigsten Aufgaben, weil du dabei sehr konkret werden musst. Nicht „Frauen zwischen 30 und 40“, sondern die Mutter, die um 22 Uhr nach dem Zubettbringen ihrer Kinder noch schnell auf dem Handy nach einer Lösung für ihr Problem sucht.

3. Schreib verständlich, nicht kompliziert

Ich weiß, du bist Expert:in in deinem Fach. Deine Besucher:innen sind es nicht. Deshalb: keine Fachbegriffe, die außerhalb deiner Branche niemand kennt. Je klarer deine Sprache, desto eher fühlen sich Leser:innen abgeholt und buchen am Ende auch bei dir.

4. Strukturiere den Text übersichtlich

In Zeiten von Instagram, TikTok und co scannen Menschen Texte und lesen nicht mehr Wort für Wort. Und das gilt auch für deine Website-Texte. Mach es deinen Leser:innen so einfach wie möglich:

  • aussagekräftige Überschriften
  • kurze Absätze
  • Zwischenüberschriften
  • Aufzählungen
  • fette Wörter für die wichtigsten Informationen

So versteht jemand deinen Text auch, wenn er ihn nur kurz überfliegt. Zum Beispiel in der Mittagspause zwischen zwei Terminen oder auf dem Weg zur Kita-Abholung.

5. Sag deinen Leser:innen, was sie als Nächstes tun sollen

Der sogenannte CTA, also der Call to Action, ist einer der wichtigsten Punkte und wird trotzdem gerne vergessen. Was soll jemand tun, wenn er deine Texte gelesen hat? Einen Kennenlerncall buchen, direkt das Angebot buchen, eine Email schreiben?

Wenn das nicht klar ist, verschwindet die Person wieder und schaut sich bei der Konkurrenz um. Setze klare Buttons, bei denen sofort klar ist, was als Nächstes passiert.

Zum Beispiel: „Buche jetzt deinen unverbindlichen Kennenlerncall“ oder „Schreib mir eine kurze Mail mit deinen Ideen“.

6. Zeig dich, auch wenn du lieber im Hintergrund bleibst

Ich weiß, nicht jeder zeigt sich gerne im Internet. Und glaub mir, ich verstehe das total. Ich bin eher introvertiert (und trotzdem selbstständig ;)) und stehe absolut nicht gerne im Mittelpunkt. Trotzdem zeige ich mich, weil nur so jemand eine Verbindung zu mir aufbauen kann.

Menschen kaufen lieber von Menschen, die sie schon mal gesehen haben. Ein Foto von dir beim Spazierengehen oder mit einem Kaffee in der Hand wirkt oft vertrauter als ein durchgestyltes Business-Foto. Auch wenn ich solch professionelle Fotos auch irgendwann gerne mal hätte ;).

Karen Blömer lächelt in die Kamera, mit roten Top und vor einer Mauer stehend.

7. SEO-Grundlagen, die du wirklich brauchst

Um deine Website-Texte selber zu schreiben, musst du kein SEO-Profi sein. Ein paar Grundlagen reichen, damit deine Texte überhaupt gefunden werden:

  • klare Struktur mit H1 und H2
  • interne Links zwischen deinen Seiten
  • passende Keywords, also genau die Begriffe, nach denen deine Wunschkund:innen suchen
  • die Suchintention deiner Leser:innen im Blick behalten
  • eine sinnvolle Textlänge
  • eine Meta-Description, die neugierig macht

Ohne diese Basics verschwinden deine Website-Texte irgendwo auf Seite sieben bei Google und da sucht niemand.

Übrigens

Erwarte bitte keine Ergebnisse am nächsten Tag.
Bis Google verstanden hat, wie relevant deine Website für Suchende ist, können locker drei Monate vergehen. Geduld gehört dazu, ob du willst oder nicht.

8. Erzähl Geschichten aus deinem Alltag

Storytelling ist aus dem Marketing nicht mehr wegzudenken. Und das gilt auch für deine Website-Texte. Das bedeutet nicht, dass du deine persönlichsten Momente öffentlich machen musst. Es bedeutet, dass du kleine Szenen aus dem Alltag erzählst, in denen sich deine Wunschkund:innen wiedererkennen.

Zum Beispiel: Der Moment, in dem dein Handy um 23 Uhr noch leuchtet, weil du die letzte Buchung des Tages checkst. Oder der Vormittag, an dem du zwischen Kita-Bring und erstem Kundentermin noch schnell eine E-Mail schreibst.

Menschen vertrauen solchen Geschichten mehr als reinen Zahlen und Fakten.

Die Tonalität passt du an dein Thema an. Geht es um Coaching für Eltern in schwierigen Phasen mit ihren Kindern, darf der Ton ruhiger und emotionaler sein. Bist du Fotograf:in, darf es locker und humorvoller zugehen.

Ein Tipp am Rand

Lass deinen Text vor Veröffentlichung auf Rechtschreibfehler checken. Ob durch ein Tool oder durch eine zweite Person, die drüberliest, bleibt dir überlassen.

Folgende Bausteine tauchen in fast jedem Website-Text auf, egal ob Startseite, Angebotsseite oder Über-Mich-Seite. Du musst sie nicht strikt abarbeiten, aber wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst, ist das hier eine gute Reihenfolge.

  • Prägnante Überschrift
  • Teaser, der Lust auf mehr macht
  • Ein Nutzenversprechen gleich zu Beginn statt technischer Details. Nicht „WordPress-Website mit SEO-Setup“, sondern „In zwei Wochen eine Website, die für dich arbeitet.“
  • Zwischenüberschriften, die Orientierung geben
  • Kurze Absätze, im Schnitt drei bis vier Sätze. Auch ein einzelner Satz als Absatz darf mal für Aufmerksamkeit sorgen.
  • Fettungen für die wichtigsten Punkte
  • Aufzählungen, wo es passt, um den Text aufzulockern
  • Eine klare Handlungsaufforderung am Schluss, damit niemand nach dem Lesen wortlos wegklickt

Was gehört auf deine Startseite

Deine Startseite hat einen einzigen Job: in kurzer Zeit zu zeigen, wer du bist, was du anbietest und für wen. Dazu gehören:

  • eine klare Headline im Hero-Bereich, die sofort zeigt, wem du hilfst und womit
  • ein kurzer Teaser, der dein Angebot in wenigen Sätzen erklärt
  • Social-Proof, wenn vorhanden
  • ein Hinweis auf das Problem deiner Wunschkund:innen, damit sie sich wiedererkennen und verstanden fühlen
  • ein erster Einblick in dein Angebot, mit Link zur Angebotsseite
  • ein Foto von dir, damit ein Gesicht zur Marke gehört
  • ein klarer CTA, der zeigt, was als nächstes passiert

Halte dich auf deiner Startseite eher kurz. Es soll ein Überblick sein und keine komplette Angebotsbeschreibung.

Was gehört auf deine Über-Mich-Seite

Auf deiner Über-Mich-Seite darfst du persönlicher werden, ohne dein ganzes Leben preiszugeben. Wichtig ist:

  • warum du das machst, was du machst
  • deine Geschichte, soweit sie für dein Angebot relevant ist
  • was dich von anderen in deiner Branche unterschiedet
  • warum du die richtige Person für dein Angebot bist
  • ein Foto, das zeigt, wer hinter dem Business steckt

Die Über-Mich-Seite ist trotzdem für deine Leser:innen geschrieben, nicht nur für dich. Sie darf ruhig die Frage beantworten: Was hat das mit dem Problem der Leser:innen zu tun?

Wie genau die eine authentische Über-Mich-Seite schreibst, erfährst du in meinem Blogartikel „Über-mich-Seite schreiben: So gestaltest du eine authentische Über-mich-Seite für deine Website„.

Viele denken, auch ich am Anfang, eine Website muss möglichst glatt und durchgestylt wirken, damit sie professionell wirkt. Oft ist aber genau das Gegenteil wahr.

Texte, die klingen wie aus dem Lehrbuch, wirken eher distanziert. Menschen wollen wissen, mit wem sie es zu tun haben. Vor allem, wenn sie bei Einzelpersonen buchen und nicht bei einem großen anonymen Unternehmen.

Professionell heißt also nicht unbedingt steif. Es heißt, dass dein Text klar ist, dein Angebot verständlich beschrieben ist und die Website technisch funktioniert. Deine Persönlichkeit darf trotzdem bzw. sollte unbedingt durchkommen.

Die eigenen Website-Texte zu schreiben, ist oft eine Herausforderung, weil du zu nah dran bist. Glaub mir, auch mir passiert das bei meinen eigenen Texten regelmäßig.

Du kennst dein Angebot in- und auswendig und genau das wird häufig zur Stolperfalle, weil du Dinge voraussetzt, die deine Leser:innen noch gar nicht wissen.

Typische Fehler dabei:

  • zu viele Fachbegriffe, die niemand außerhalb deiner Branche versteht
  • Sätze, die erklären, was du machst, statt zu erklären, was dein Angebot für die Leser:innen bedeutet
  • Fehlender CTA, sodass niemand weiß, was als Nächstes zu tun ist
  • Zu lange Absätze, die beim Überfliegen übersprungen werden
  • Keine Struktur, sodass wichtigste Infos im Text untergehen

Vorher: „Ich biete ganzheitliches Coaching für Eltern in herausfordernden Lebensphasen.“

Nachher: „Die Kinder schlafen, der Tee ist längst kalt geworden und in deinem Kopf laufen trotzdem noch zehn Baustellen gleichzeitig: Steuererklärung, Elternabend und irgendwo dazwischen die Frage, wann du zuletzt an dich selbst gedacht hast. Genau da hole ich dich ab.“

Der zweite Satz zeigt ein konkretes Bild statt eines abstrakten Begriffs. Das ist der Unterschied zwischen einem Text, der erklärt, und einem Text, der Verbindung schafft.

Jetzt weißt du, worauf es bei einem guten Website-Text, der von deinen Wunschkund:innen gefunden und auch verstanden wird, ankommt. Bleibt die Frage: Website-Texte selber schreiben oder professionell schreiben lassen?

Ich bin ehrlich zu dir: Das hängt ganz davon ab, wie viel Zeit du neben deinen Kundenprojekten hast, ob du nebenbei auch noch einen Familienalltag wuppen musst und wie du finanziell aufgestellt bist.

Wenig Zeit spricht klar für eine Auftragsarbeit. So musst du dich nicht mit einem leeren Textdokument abends nach der Einschlafbegleitung herumschlagen, während du dich viel lieber auf die Couch chillen würdest oder das nächste Kundengespräch vorbereiten könntest.

Stehst du noch am Anfang deiner Selbstständigkeit und ist die Kasse knapp, reicht es auch erstmal, die Texte selber zu schreiben. Und vielleicht macht es dir ja sogar auch Spaß.

Damit du es besser einordnen kannst: Professionelle Texter:innen rechnen meist mit 60-120 € pro Stunde. Manche, so wie ich, bieten Festpreise oder Paketpreise an. So weißt du ganz genau, was du für einen Text zahlst, und dich erwartet keine böse Überraschung am Ende, weil der Texter doch mehr Stunden gebraucht hat, als angegeben.

Du brauchst ein bisschen unterstützung?

Ich weiß, wie hoch die finanzielle Hürde sein kann, eine komplette Website texten zu lassen. Deswegen biete ich den Klartext-Check an: Ich überarbeite erstmal nur eine Passage deiner Startseite, damit du siehst, wie das auf deiner Website klingen könnte.
Oder du lässt dir statt der kompletten Website erstmal eine einzelne Seite schreiben, so wie mein Kunde Christian.

Wie ist der aktuelle Stand bei dir? Möchtest du deine Website-Texte selber schreiben oder professionell schreiben lassen? Schreibs mir in die Kommentare.

Fragen dazu? Dann schreib mir gerne eine Mail: karen.bloemer@outlook.com

Und folg mir auf Instagram: Dort zeige ich dir ehrliche Einblicke in meine Selbstständigkeit als introvertierte Maus, sowie Website- und Blogtipps für Selbstständige mit Familie.

Häufige Fragen: Website-Texte selber schreiben

Wie schreibt man eine Website richtig?

Es gibt keine pauschale Anleitung, wie man am besten eine Website schreibt. Es gibt aber ein paar feste Bausteine: eine klare Zielgruppe, verständliche Sprache statt Fachchinesisch, eine übersichtliche Struktur mit Zwischenüberschriften und Aufzählungen und ein CTA auf jeder Seite, der zeigt, was als Nächstes passiert.

Wo kann ich Website-Texte schreiben lassen?

Du kannst einen Texter oder eine Texterin beauftragen, zum Beispiel über Empfehlungen, über Instagram oder eine Google-Suche.

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